Ein Naturschutzprojekt für Umwelt und Kinder

Deister Calenberger Land | 17. Februar 2025 | Heidi Rabenhorst / HAZ / Calenberger Zeitung
3000-Euro-Spende: Jägerschaft und Lions Club erweitern ihre Streuobstwiese am Gehrdener Damm um 150 Bäume. Das Projekt zeigt Wirkung und wird zu einem Revier für Naturpädagogik.
Pflanzaktion der Jägerschaft in der Gehrdener Feldmark: Ann-Kristin Wenning (von links), Kerstin Stolle, Jürgen Grefe, Ansgar Borrmann, Christian Schomburg, Werner Burose und Paul-Eric Stolle haben sich den Naturschutz auf die Fahne geschrieben.
Pflanzaktion der Jägerschaft in der Gehrdener Feldmark: Ann-Kristin Wenning (von links), Kerstin Stolle, Jürgen Grefe, Ansgar Borrmann, Christian Schomburg, Werner Burose und Paul-Eric Stolle haben sich den Naturschutz auf die Fahne geschrieben. | (Foto: H. Rabenhorst)
Zielgenau: Ansgar Borrmann (von links), Werner Burose und Hans-Jürgen Thiemann helfen, den Haltepfahl für den jungen Obstbaum zu setzen
Zielgenau: Ansgar Borrmann (von links), Werner Burose und Hans-Jürgen Thiemann helfen, den Haltepfahl für den jungen Obstbaum zu setzen | (Foto: H. Rabenhorst)

Gehrden.

In der Feldmark, unweit des Gehrdener Damms, hat die Jägerschaft Hannover-Land vor fünf Jahren eine Streuobstwiese angelegt. Zur Verfügung gestellt wurde ihr das einen Hektar große Gelände von der Stadt Gehrden als Ausgleichsfläche für versiegelte Baugebiete. Ziel des Projekts war es, die Biodiversität zu fördern und einen nachhaltigen Lebensraum für viele Tierarten zu schaffen. Auf der Fläche wurden rund 100 Obstbäume und 60 Beerensträucher gepflanzt.

Dank einer erneuten Spende des Lions Club Deister Calenberger Land konnte das Projekt nun weiter ausgebaut werden: 2021 hatte der Lions Club 30 Obstbäume im Wert von 700 Euro gespendet. Jetzt flossen weitere 3000 Euro in das Projekt. Die Summe reichte für den Anbau von 150 neuen Apfel-, Birnen- und Kirschbäumen.

Pädagogischer Mehrwert für Kinder

„Wir freuen uns sehr über diese Unterstützung“, sagt Werner Burose, Sprecher der fünf Jägerschaften der Region Hannover. Das Projekt soll nicht nur zur Förderung der Biodiversität beitragen, sondern auch einen pädagogischen Mehrwert bieten. Geplant sind Veranstaltungen für Kindergartenkinder und Grundschüler. „Uns geht es darum, den jungen Menschen die Natur näherzubringen und gleichzeitig unsere Arbeit als Jäger transparent zu machen“, so Burose weiter. Er freue sich schon jetzt sehr darauf, mit den Kindern das Obst zu pflücken, um daraus unter anderem Apfelsaft zu pressen oder Kirschen für einen Kuchen zu ernten.

Laut Auskunft eines Fachmanns müssen sich die Kinder jedoch noch ein wenig gedulden. „Es dauert mindestens zehn Jahre, bis wir mit der ersten Ernte rechnen können“, verrät Burose.

Bürgermeister Malte Losert verschaffte sich einen Eindruck vor Ort. „Als die Jägerschaft uns eine Kooperation vorgeschlagen hat, mussten wir nicht lange überlegen. Zum einen spart die Stadt nicht nur Kosten für die Bepflanzung, sondern die Jägerschaft übernimmt auch die langfristige Pflege der Fläche“, erklärte Losert. Das Projekt sei ein echter Mehrwert, vor allem für den Nachwuchs. Die Stadt müsse Ausgleichsflächen für versiegelte Baugebiete schaffen. Es sei schön zu sehen, dass diese Fläche nachhaltig genutzt und gepflegt wird.

Neben den Obstbäumen und Beerensträuchern wurden auch Blühstreifen ausgesät, die als Rückzugsorte vor allem für Niederwildtiere dienen und gleichzeitig Lebensraum für Insekten und Vögel bieten. Und es funktioniert: Besonders seltene Vogelarten wie der Steinkauz, der Fliegenschnäpper und der Gartenrotschwanz haben die Streuobstwiese bereits als Lebensraum entdeckt. Hans-Jürgen Thiemann, der Obmann Naturschutz, freut sich über die positiven Entwicklungen. „Auch verschiedene Spechtarten haben sich hier wieder heimisch gemacht“, sagt er.

Kreisjägermeister Paul-Eric Stolle ergänzte: „Wir wollen mit den Streuobstwiesen Deckung und Futter für das Wild schaffen und gleichzeitig Brutmöglichkeiten für Boden- und Baumbrüter bieten.“ Die Kombination aus Fläche und Hecke sei geradezu optimal, in der offenen Feldflur eine Insel für Wildtiere zu schaffen.

Ansgar Borrmann vom Lions Club hob hervor, dass dieses Projekt nicht nur der Natur zugutekomme, sondern auch den Kindern eine wertvolle Möglichkeit biete, etwas über die Herkunft von Lebensmitteln zu erfahren. „Die Kinder können hier selbst Obst pflücken. Sie lernen dabei auf spielerische Weise, wie Obst wächst und wie wichtig der Naturschutz ist“, so Borrmann.